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Der Muskeltest in der Tierkinesiologie – wie funktioniert er eigentlich?

Autorenbild: Melanie Beyeler
Melanie Beyeler
vor 6 Tagen
4 Min. Lesezeit

„Wie kannst du eigentlich wissen, was mein Tier beschäftigt?“

Diese Frage höre ich immer wieder.


Ein wichtiger Bestandteil meiner Arbeit ist der Muskeltest. Für viele Menschen ist das zunächst etwas ungewohnt. Und wie soll ein Muskeltest bei einem Tier überhaupt funktionieren? Genau deshalb möchte ich einmal erklären, was dahintersteckt.


Was ist ein Muskeltest?


Der Muskeltest ist ein Verfahren aus der Kinesiologie.

Dabei wird eine bestimmte Muskelreaktion genutzt, um Rückmeldungen des Körpers auf verschiedene Reize oder Fragestellungen zu bekommen.


Bei Menschen wird der Muskeltest direkt am Körper durchgeführt. Bei Tieren funktioniert die Arbeit etwas anders, weil wir einen Hund, eine Katze oder ein Pferd natürlich nicht einfach so testen können wie einen Menschen.


Je nach Tier und Situation gibt es deshalb unterschiedliche Möglichkeiten, den Muskeltest einzusetzen. Wir nutzen bei unserer Arbeit für die Tiere ein Surrogat, etwas wie Fell oder Federn und seinen Menschen als Stellvertreter.


Und was hat das mit meinem Tier zu tun?


Tiere können uns nicht mit Worten erzählen, was sie beschäftigt.

Natürlich kommunizieren sie ständig mit uns. Über ihre Körpersprache, ihr Verhalten, ihre Bewegungen und ihre Reaktionen.


Trotzdem bleibt manches für uns schwer greifbar.


Warum reagiert mein Hund in einer bestimmten Situation so stark?

Warum wird meine Katze unruhig, obwohl sich scheinbar nichts verändert hat?

Warum kommt mein Tier nach einem bestimmten Erlebnis nicht richtig zur Ruhe?

Der Muskeltest wird in der Tierkinesiologie als ergänzendes Werkzeug eingesetzt, um solchen Fragen gezielter nachzugehen.


Wie läuft ein kinesiologischer Test ab?


Am Anfang steht immer das Gespräch.

Du erzählst mir, was dir bei deinem Tier aufgefallen ist. Vielleicht gibt es ein konkretes Verhalten, eine Veränderung oder eine Situation, bei der du nicht weiterkommst.


Dann schauen wir gemeinsam, welche Themen für euch relevant sein könnten.

Der Muskeltest kann anschliessend dabei helfen, bestimmte Fragestellungen weiter einzugrenzen.


Wichtig ist dabei: Der Muskeltest ist kein Gedankenlesegerät.

Er liefert keine fertigen Antworten auf Knopfdruck. Und er ersetzt weder eine tierärztliche Diagnose noch eine medizinische Untersuchung/Behandlung.


Was kann getestet werden?


Das hängt ganz vom Tier und vom jeweiligen Anliegen ab.

In einer kinesiologischen Begleitung können beispielsweise verschiedene Stressoren betrachtet werden. Dazu können Veränderungen im Umfeld, bestimmte Situationen, emotionale Belastungen oder andere Themen gehören, die im Alltag des Tieres eine Rolle spielen.


Manchmal ist bereits im Gespräch sehr deutlich, wo die Belastung liegt.

Manchmal braucht es etwas mehr Zeit und genaues Beobachten.

Der Muskeltest kann dann ein zusätzliches Werkzeug sein, um die weitere Arbeit zu strukturieren.


Muss mein Tier dabei stillhalten?


Nein.

Das ist eine der häufigsten Fragen.

Tiere dürfen sich immer frei bewegen. Für unseren Test und die Arbeit müssen sie nicht einmal bei uns im Raum sein. Sie dürfen also eine Pause machen oder mit dabei sein, je nach Situation, Tierart und Möglichkeit. Auch bei weiteren Behandlungen gilt: ein Tier muss nicht funktionieren. Und darf auch zeigen, wenn ihm etwas zu viel wird. Gerade bei der Arbeit mit sehr ängstlichen Tierschutzhunden braucht es oft etwas mehr Zeit und Einfühlungsvermögen. Was aber auch sehr verständlich ist...


Somit stehen die Bedürfnisse des Tieres immer im Vordergrund.


Was kann der Muskeltest nicht?


Hier möchte ich bewusst ehrlich sein.

Der Muskeltest kann keine tierärztliche Untersuchung ersetzen. Er kann keine Krankheit diagnostizieren und soll auch nicht dazu verwendet werden, eine notwendige Behandlung hinauszuzögern oder abzubrechen.


Wenn dein Tier Schmerzen hat, krank wirkt oder sich plötzlich stark verändert, gehört es zuerst in tierärztliche Hände.


Die Kinesiologie sehe ich als ergänzende Methode.

Sie kann eine andere Perspektive eröffnen und dabei helfen, ein Tier und seine Situation ganzheitlich zu betrachten und auf diesem Weg bestmöglich zu unterstützen.


Warum arbeite ich damit?


Was ich am Muskeltest besonders schätze, ist die Möglichkeit, genauer hinzuschauen.

Bei Tieren ist es oft nicht so einfach, herauszufinden, was gerade wirklich los ist. Wir können beobachten und Fragen stellen, aber unser Tier kann uns seine Gedanken und Gefühle nicht direkt erklären.


Der Muskeltest ist für mich deshalb ein wertvolles Werkzeug.


Das Gespräch mit dir, meine Beobachtung des Tieres und die gesamte Situation gehören genauso dazu.


Ein Beispiel aus dem Alltag


Stell dir vor, dein Hund ist seit einem Umzug deutlich unruhiger.

Er schläft schlechter, läuft viel herum und reagiert plötzlich empfindlich auf Geräusche.

Natürlich könnte man einfach sagen: „Der Hund hat Stress wegen des Umzugs.“

Vielleicht stimmt das auch.

Aber was genau belastet ihn?


Die neue Umgebung? Bestimmte Geräusche? Eine Veränderung im Tagesablauf? Eine andere Situation, die gleichzeitig stattgefunden hat?

Solche Fragen können wir gemeinsam betrachten.


Der Muskeltest kann dabei helfen, bestimmte Themen weiter einzugrenzen. Danach geht es darum, was dein Hund konkret braucht und wie du ihn im Alltag unterstützen kannst.


Am Ende geht es nicht um den Test


Der Muskeltest ist ein Werkzeug.

Nicht mehr und nicht weniger.


Entscheidend ist für mich, dass wir dein Tier besser verstehen und herausfinden, wie wir es in seiner aktuellen Situation unterstützen können.

Dabei geht es nicht darum, möglichst viele Dinge zu testen oder für jedes Verhalten eine schnelle Erklärung zu finden.


Manchmal ist eine kleine Veränderung im Alltag genau das, was gebraucht wird.

Manchmal zeigt sich, dass ein Thema etwas mehr Zeit benötigt.

Und manchmal ist auch klar, dass eine tierärztliche oder verhaltenstherapeutische Abklärung der nächste richtige Schritt ist.


Wenn du neugierig bist, wie eine tierkinesiologische Begleitung bei deinem Tier aussehen könnte, erzähl mir gerne, was dich zu mir führt. Gemeinsam schauen wir, was für euch sinnvoll und stimmig ist.



 
 
 

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