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Tierkinesiologie: Für welche Tiere und Anliegen ist sie geeignet?

Autorenbild: Melanie Beyeler
Melanie Beyeler
vor 11 Minuten
5 Min. Lesezeit

Vielleicht hast du schon einmal von Tierkinesiologie gehört, bist dir aber nicht ganz sicher, was genau dahintersteckt.


Kann das bei meinem Hund helfen? Ist das auch etwas für eine Katze? Und muss mein Tier überhaupt ein bestimmtes Problem haben, damit eine kinesiologische Begleitung sinnvoll ist?


Die kurze Antwort: Tierkinesiologie kann bei ganz unterschiedlichen Tieren und Situationen eingesetzt werden. Dabei geht es nicht nur um ein konkretes Symptom. Oft steht vielmehr die Frage im Mittelpunkt, was ein Tier gerade belastet und wie man es in dieser Situation unterstützen kann.


Für welche Tiere ist Tierkinesiologie geeignet?


Grundsätzlich kann Tierkinesiologie bei vielen Tierarten angewendet werden.

Besonders häufig kommen Hunde und Katzen zur kinesiologischen Begleitung. Aber auch Pferde und andere Tiere können von einer solchen ganzheitlichen Betrachtung profitieren.


Dabei spielt es keine Rolle, ob ein Tier jung oder schon älter ist. Ein Welpe, der sich in seinem neuen Zuhause erst zurechtfinden muss, kann genauso ein Thema sein wie ein älteres Tier, das mit Veränderungen oder neuen Lebensumständen Schwierigkeiten hat.

Entscheidend ist immer das einzelne Tier.


Denn zwei Hunde können in derselben Situation völlig unterschiedlich reagieren. Während der eine gelassen bleibt, kann der andere gestresst oder ängstlich werden.


Wann kann Tierkinesiologie sinnvoll sein?


Es gibt nicht den einen Grund, aus dem Menschen mit ihrem Tier zu mir kommen.

Manchmal fällt den Tierhaltern auf, dass sich ihr Tier plötzlich anders verhält. Es ist nervöser als sonst, zieht sich zurück oder reagiert auf bestimmte Situationen plötzlich empfindlich.

Manchmal besteht ein Thema schon länger.


Zum Beispiel:

  • Ängste und Unsicherheiten

  • Stress und innere Unruhe

  • auffällige oder unerwünschte Verhaltensweisen

  • Schwierigkeiten mit Veränderungen

  • Probleme bei der Anpassung an eine neue Situation

  • belastende Erlebnisse bis hin zu Traumata

  • Unsicherheit nach einem Umzug oder Besitzerwechsel

  • Veränderungen im Zusammenleben mit anderen Tieren

  • Schwierigkeiten nach einer Operation oder Erkrankung

  • Unterstützung in herausfordernden Lebensphasen


Auch bei Tieren aus dem Tierschutz kann eine kinesiologische Begleitung interessant sein. Gerade wenn die Vorgeschichte nicht vollständig bekannt ist und das Tier mit bestimmten Situationen Schwierigkeiten hat.


Wenn sich dein Tier plötzlich verändert


Eine Veränderung im Verhalten ist oft das Erste, was Tierhalter bemerken.

Der Hund möchte plötzlich nicht mehr spazieren gehen. Die Katze versteckt sich häufiger. Ein sonst ausgeglichener Hund reagiert plötzlich gereizt. Oder ein Tier, das immer gerne Kontakt hatte, möchte auf einmal nicht mehr angefasst werden.


Solche Veränderungen sollte man ernst nehmen.


Dabei muss die Ursache nicht automatisch emotional sein. Schmerzen oder eine Erkrankung können ebenfalls dazu führen, dass sich ein Tier anders verhält. Deshalb gehört bei auffälligen oder plötzlich auftretenden Veränderungen zunächst eine tierärztliche Abklärung dazu.


Wenn körperlich alles abgeklärt ist oder eine tiermedizinische Behandlung bereits läuft, kann eine komplementäre Begleitung eine zusätzliche Möglichkeit sein.


Auch Veränderungen können Stress auslösen


Für uns Menschen ist ein Umzug vielleicht einfach ein notwendiger Schritt. Für ein Tier kann sich dadurch aber plötzlich die ganze Welt verändern.


Andere Gerüche. Andere Geräusche. Andere Räume. Vielleicht neue Menschen oder Tiere.

Ähnlich kann es sein, wenn ein Baby in die Familie kommt, ein weiteres Tier einzieht oder ein geliebter Mensch nicht mehr da ist.


Tiere reagieren sehr fein auf Veränderungen in ihrem Umfeld. Manche kommen damit problemlos zurecht. Andere brauchen länger, um sich wieder sicher zu fühlen.

Hier kann es sinnvoll sein, genauer hinzuschauen: Was hat sich verändert? Wie reagiert das Tier darauf? Und was könnte ihm helfen, wieder mehr Sicherheit zu finden?


Was ist mit Ängsten?


Angst ist ein häufiges Thema in der Tierkinesiologie.

Vielleicht hat dein Hund Angst vor Gewitter oder Feuerwerk. Vielleicht reagiert er beim Autofahren sehr angespannt oder möchte nicht in die Nähe bestimmter Menschen oder Orte.


Bei Katzen können beispielsweise Veränderungen im Haushalt, Transportbox, Tierarztbesuche oder bestimmte Geräusche Stress auslösen.


Dabei geht es nicht darum, die Angst einfach „wegzumachen“.

Viel wichtiger ist es, das Tier mit seiner Angst ernst zu nehmen und herauszufinden, was hinter der Reaktion stehen könnte. Eine kinesiologische Begleitung kann dabei helfen, mögliche Stressoren zu betrachten und das Tier in seinem individuellen Prozess zu unterstützen.


Kann Tierkinesiologie auch bei Verhaltensproblemen helfen?


Auch hier lohnt sich ein genauer Blick.

Bellt ein Hund ständig, kann dahinter vieles stecken. Unsicherheit, Angst, Überforderung, Frust oder schlicht ein erlerntes Verhalten.

Bei einer Katze kann Aggressivität beispielsweise mit Stress, Schmerzen, territorialen Konflikten oder Veränderungen im Umfeld zusammenhängen.


Deshalb reicht es nicht, nur das Verhalten zu betrachten.

Bei starken oder gefährlichen Verhaltensproblemen sollte immer eine entsprechende Fachperson hinzugezogen werden. Je nach Situation kann das neben der Tierärztin oder dem Tierarzt auch eine qualifizierte Verhaltenstherapeutin oder ein Verhaltenstrainer sein.

Tierkinesiologie kann hier eine ergänzende Perspektive bieten, ersetzt diese Betreuung aber nicht.


Muss mein Tier krank sein?


Nein.

Du musst nicht erst warten, bis dein Tier ein konkretes Problem entwickelt.

Manche Menschen kommen auch mit einem Tier, bei dem sie einfach das Gefühl haben: „Irgendetwas ist anders.“


Vielleicht steht eine grössere Veränderung bevor. Vielleicht zieht ein neues Tier ein.


Vielleicht hat sich das Verhalten nach einem bestimmten Erlebnis verändert.


Eine kinesiologische Standortbestimmung kann auch dann interessant sein, wenn du dein Tier einfach besser verstehen möchtest.


Wie läuft eine tierkinesiologische Begleitung ab?


Am Anfang steht immer das Gespräch.

Du kennst dein Tier schliesslich am besten. Du kannst erzählen, was dir aufgefallen ist, seit wann etwas besteht und in welchen Situationen dein Tier besonders reagiert.


In der Tierkinesiologie wird unter anderem mit dem Muskeltest gearbeitet. Je nach Situation können dabei verschiedene Stressoren und Belastungen betrachtet werden.

Wobei das Stressdiagramm als erste Standortbestimmung dient.


Mir ist dabei wichtig, das Tier nicht in ein festes Schema zu stecken.


Was bei einem Hund hilfreich ist, muss für eine Katze nicht automatisch genauso passen. Und was bei einem Tier funktioniert, kann bei einem anderen ganz anders aussehen.


Was Tierkinesiologie nicht ist


Tierkinesiologie ersetzt keine tierärztliche Untersuchung und keine notwendige medizinische Behandlung.


Wenn dein Tier Schmerzen hat, krank wirkt, plötzlich starke Verhaltensveränderungen zeigt oder ein akutes gesundheitliches Problem besteht, gehört es zuerst in tierärztliche Hände.


Die kinesiologische Arbeit verstehe ich als ergänzende Möglichkeit. Sie kann dabei helfen, das Tier ganzheitlicher zu betrachten und neben körperlichen auch emotionale und umweltbedingte Belastungen einzubeziehen.


Dein Tier muss nicht „problematisch“ sein


Das ist vielleicht der wichtigste Punkt.

Du musst keinen „schwierigen“ Hund haben. Deine Katze muss kein auffälliges Verhalten zeigen. Und dein Pferd muss nicht krank sein.


Manchmal reicht das Gefühl, dass dein Tier gerade Unterstützung brauchen könnte.

Vielleicht steckt eine Veränderung dahinter. Vielleicht ein belastendes Erlebnis. Vielleicht eine Situation, die für dich gar nicht so gross erscheint, für dein Tier aber sehr wohl.

Genau dann kann es hilfreich sein, einmal genauer hinzuschauen.


Denn hinter jedem Verhalten steckt ein Tier mit seiner ganz eigenen Geschichte.

Wenn du wissen möchtest, ob Tierkinesiologie für dein Tier und eure aktuelle Situation passen könnte, kannst du mich gerne kontaktieren. Gemeinsam können wir anschauen, welches Anliegen du mitbringst und ob eine kinesiologische Begleitung dafür sinnvoll ist.



 
 
 

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